Entdecke den Harz: zwischen Borkenkäferplage und Schwedischer Natur
Freitag Nachmittag 16:32: Die Taschen sind gepackt, der Mietwagen bestellt und der Laptop von der Arbeit endlich zu geklappt. Ein Wochenende im Nationalpark Harz erwartet uns. Für mich bis dato ein weißer Fleck auf der Landkarte und doch habe ich schon einiges über den Harz gehört. Viel positives, aber auch negative Dinge, wie beispielsweise seit Jahre anhaltende Borkenkäferplage. Wird Zeit, dass ich mir ein einiges Bild mache.
16:46: Abfahrt Richtung Harz. Von Bremen aus ist der Harz circa drei Stunden entfernt. Kaum waren wir angekommen, zog es uns in die Natur. Die Unterkunft war in diesem Moment zweitrangig, denn noch war die Sonne nicht untergegangen. Von unserer Unterkunft, in Braunlage, aus dauert es 20 Minuten bis wir an den Hahnkleeklippen waren. Der Weg dorthin war sehr entspannt und das beste war, keine Menschenseele lief uns über den Weg. Urlaubsmodus war direkt ON. Die Hahnenkleeklippen sind eine steile Felsformation, durchsetzt von einem bis zu 200m tiefen Abhang. Es dauerte nicht lange, bis ich meine Kamera und Stativ gebaut habe um von der schönen Landschaft ein paar Aufnahmen zu machen. Ich empfehle dir ein Weitwinkel, mindestens 20mm, mitzubringen damit du das gesamte Panorama einfangen kannst. Im Dunkel ging es dann mit Kopflampe zurück nach Braunlage. Dort kochten wir noch kurz ein Abendessen, haben die Akkus geladen und sind zeitig ins Bett, denn der Wecker morgen sollte um 5:00 Uhr klingeln.
Leicht übermüdet und doch voller Vorfreude machten wir uns pünktlich mit dem Auto auf den Weg nach Torfmoor. Wie der Name schon erahnen lässt ist es ein Moorgebiet. Hier gibt es diverse Wanderwege, die unter anderem auch direkt zum Brocken führen. Die Route ist allerdings recht anspruchsvoll. Uns hat am Morgen der Rundgang von 4,5km gereicht. Das Gute ist, man kann entspannt direkt am Torfmoor parken und ist innerhalb von drei Minuten mitten in der Natur. Das Gebiet ist geprägt von toten Fichten und vielen kleinen Pflanzen, die das einfallende Licht zu nutzen machen. Aus fotografischer Perspektive, bietet das Torfmoor eine Vielzahl von Motiven. In Kombination mit dem Spektakel am Himmel sind folgende Aufnahmen entstanden:
Im Anschluss an den morgendlichen Spaziergang ging es zum Oderteich. Ohne große Erwartungen und Vorstellung, von dem was mich erwarten sollte fuhren wir eine viertel Stunden mit dem Auto dorthin. Vor Ort angekommen, war ich völlig begeistert vom Oderteich. So oder so ähnlich Stelle ich mir Schweden vor. Der Oderteich ist ein Stausee mit einer Länge von 7km und bietet eine Vielzahl an Outdoor Aktivitäten, egal ob Mountainbike fahren, Wandern, Schwimmen oder einfach gemütlich am aufgeschütteten Strandabschnitt chillen. Für mich war direkt klar, hier muss ich zum Sonnenuntergang nochmal herkommen. Wir entschieden uns für einen Spaziergang um den Oderteich. Die Kamera natürlich jederzeit griffbereit. Kleiner Spoiler, wir sind tatsächlich am selben Abend nochmal zum Sonnenuntergang zum Oderteich gefahren, wo die folgenden Aufnahmen entstanden sind:
Wer im Harz ist, muss auch den Brocken gesehen haben. Deshalb ging es am letzten Tag unseres kleinen Wochenendabenteuers zu Fuß auf den Brocken. Die kleine Wanderung war geprägt von einer Landschaft, die toter nicht wirken kann. Um einen herum lagen abgestorbene, abgeknickte und umgefallene Bäume, so weit das Auge reicht. Traurig zu sehen, aber gehört nunmal auch zum natürlichen Auslese Prozesses der Natur dazu. Als Fotograf muss man auch solche Momente festhalten, selbst wenn es nicht unbedingt das beste Motiv bietet. Hier sind die entstandenen Aufnahmen, damit ihr euch einen guten Eindruck davon machen könnt, wie destruktiv die Landschaft um den Brocken herum aussieht.
Bereits auf dem Weg nach Hause, machten wir noch einen Schlenker zum Bodetal. Für mich ein bis dato unbekannter Fleck auf der Landkarte Deutschlands. Ich ließ mich daher von den Erfahrungswerten meiner Partnerin überzeugen, das Tal zu erkunden. Gelegen am Nord-östlichen Ende des Naturparks, ist das Bodetal für mich ein kleiner "Hidden Spot" für Fotografen. Den Anstieg ersparten wir uns, doch zum Glück konnten wir auf die Vorzüge einer Gondelbahn zurückgreifen. Die Wanderung sollte noch genügend Höhenmeter mit sich bringen. Schließlich führte Komoot uns durch das wortwörtliche Bodetal, entlang des gleichnamigen Flusses Bode. Die genaue Route findest du hier. Aufgrund des straffen Zeitplans, waren wir gezwungen die Wanderung Tagsüber, bei eher, sagen wir mal für Fotografen weniger spannenden Lichtverhältnissen machen. Ich denke die ein oder andere Aufnahme lässt sich dennoch sehen:
Kleiner Nachtrag: Wir haben auf dem Weg zum Bodetal noch einen kurzen Zwischenstopp bei den Klusfelsen eingelegt. Persönlich haben uns die Felsen nicht wirklich überzeugt, allerdings sind ein paar coole Aufnahmen mit Gerd, wie wir liebevoll unsere Dji Mini 3 Pro nennen, entstanden.